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Samstag, 2. Mai 2015

Hindernislauf




Herrjeh, war das eine Friemelei!

Jedenfalls ist das Vorhaben, aus einem „nassen Sack“ doch noch was Ansehnliches zu machen, ganz gut gelungen. Obwohl es Phasen gab, wo ich nicht mehr dran glaubte. Aber jetzt erst mal von vorne:

Zwei Tunikas gingen mir leicht und (fast) ohne Fehler von der Hand. Und wie immer, wenn man so in Schwung ist, soll auch das nächste Teil bitte genau so funktionieren. Also warum sich groß Gedanken um den Schnitt machen, wenn er doch so gut passt? Man schneide ihn in der Mitte einfach auf und schon hat man eine Jacke….dachte ich. 
So was Leichtes, ein Chasuble, mit nur einer Schließe ( die von meiner Oma, die ich gerade von meiner Schwester bekommen hatte), wäre doch auch was Feines.


Gerade noch rechtzeitig fiel mir ein, dass eine Jacke ja über etwas drüber muss und deshalb- bitte schön- auch etwas weiter sein darf. Hier eine kleine Zugabe, dort eine kleine Zugabe und der Schnitt war erledigt.

Das Material: Baumwolle??? Na ja, warum nicht. Ist ja mal was anderes und für den Sommer sicher besser geeignet, als wärmende Wolle.
Aber woher nehmen? In meinem Schrank gibt es- bis auf wenige Ausnahmen- nur Wolle. Kaum Synthetisches und Baumwolle…genau 1 Kone.


Dann bestell ich mir doch was ( hi, hi, mal wieder eine gute Gelegenheit).
Doch ich hab meinen Kaufrausch unterdrückt und nur 2 weitere Konen Baumwolle bestellt ( dafür aber noch was Seidiges). Als das Paket endlich da war…und ich gehe hier nicht in die Details….musste ich 2 Konen zurückschicken... 

Also wieder warten auf den Ersatz oder mit der uralten, noch aus den 80ern stammenden Baumwolle beginnen. Und dieses Bleu ist ja auch nicht soooo schlecht! 

Die Musterkombination dieses mal: unten glatt rechts, oben ein Fangmuster ( 255 aus dem Musterbuch).
Beim 2. Vorderteil hab ich promt vergessen, das Ganze mit dem Maschenwendekamm umzudrehen. Gott sei Dank waren nur 8 Reihen aufzuribbeln und so hielt sich der Zeitverlust in Grenzen.

Nachdem auch die Ärmel fertig und eine Schulter geschlossen war, fing ich an, wieder die große Wellenkante ( so heißt diese Borde in Hanne Barth’s Buch „Maschinenstricken“) zu arbeiten.
Als ich endlich nach gefühlten Ewigkeiten damit fertig war, kam das böse Erwachen.

Die Vorderkante beulte dermaßen, dass die Jacke eben aussah, wie ein nasser Sack. So konnte das nicht bleiben. Und irgendwie saß sie auch nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Die als kleine, adrette Rüsche gedachte Kante war eine komplette Fehlentscheidung und musste wieder weg, so viel war klar. Dem Himmel sei Dank brauchte ich nur ein paar bereits vernähte Fädchen wieder raus popeln und ziehen, weil ich sie an einem Stück gestrickt hatte. Die Frage war: was sollte ich statt dessen anbringen?

Ein wohl etwas unscharfes Foto im Strickforum brachte mich dann auf die Idee, doch eine italienische Blende anzubringen…aber: mit Muster! 
Das ist ja nichts Neues, aber ich habe bisher nur- bis auf zwei Mal Bogenkante- meist 1R/1L gestickt.

So konnte ich immerhin verhindern, dass die Kante weiterhin ausleiert.



Unten herum und um die Ärmel sind jetzt immer noch die Borden.


 

 Ok. Das ist nicht gerade die beste Lösung, und von Harmonie kann auch nicht die Rede sein. Aber ich hab keine Lust, auch die noch zu ersetzen. Denn ich habe ja mit Kontrastgarn begonnen und das hieße, offene Maschen einsammeln. Nö! 
Die Luft ist einfach raus.

Das Material ist sowieso nicht das Beste und ich mach mich lieber dran, eine neue Jacke zu stricken ;-).







Donnerstag, 18. Juli 2013

Ich liebe Rosa

manchmal geht es ja richtig schnell mit dem Stricken....
Strickrechner von Sabine Lamers für die Maße bemühen, Musterprobe stricken, waschen und bügeln und schon gehts los.
Zum ersten Mal, seit ich mit der Maschine stricke, habe ich es gewagt, ein wirklich dünnes Garn zu verarbeiten. 40/1, das aber doch 6 fach gewickelt ist. Das ist immer noch so dünn, dass ich mit MW 3  bei 40 Maschen mal eben auf 11,5 cm und bei 60 Reihen auf 13, 5 cm kam und für den Anschlag ganze 180 Nadeln brauchte. Soweit kein Problem, denn glatt rechts ist ja im Prinzip schnell gestrickt.
Die Bündchen und die Blende hat der KG sogar  mit MW 2 für mich übernommen.
Schwierig wurde es, als ich das das Halsbündchen anging. Der Ausschnitt ist ja doch sehr weit geworden und somit musste ich die "Strecke" teilen, damit ich mit den Nadeln auskomme. Und dann sollte natürlich noch die italienische Befestigungsmethode sein, damit es auch richtig ordentlich aussieht. Das hat mich dann doch etwas ausgebremst, denn der KG kann ja nicht rund stricken und für diese Methode muss eine Tasche gestrickt werden, die die Halskante verbirgt.
Also dann: Blende stricken, 6 Reihen für die eine Seite der Tasche stricken, Kontrastgarn dran, die ganze Geschichte abwerfen und umdrehen, die letzte Blendenreihe Masche für Masche wieder einhängen ( sehr schwierig, wenn die Maschen so klein sind),  die notwendigen zweiten 6 Reihen für die andere Taschenseite stricken, die Halskante drauf, nochmal Maschen hochfriemeln ( die Reihe vor dem Kontrastgarn), lange Maschen ziehen und abhäkeln. Ufff! Diese Aktion hat mehr Zeit und Nerven gekostet, als der ganze Pullover und ich weiß sicher, dass ich mir diese Prozedur nicht nochmal aufhalse. Da strick ich doch in Zukunft gleich wieder ganz brav doppelte Bündchen! :-)
Trotzdem war der Pulli am 2. Tag komplett fertig und...
sitzt, passt, wackelt und hat Luft


Sonntag, 26. Mai 2013

Jacke nach einem Bargello Muster von Marie Louise Norman

Nach 3 Vorderteilen, drei Ärmeln und der Überwindung einer Million anderer Hindernisse ist es endlich vollbracht.
Die Jacke ist endlich fertig.
 Die Pannenliste vom post weiter unten werde ich nicht komplettieren, nur soviel sei noch dazu gesagt: diese Jacke wollte offensichtlich nicht von mir gestrickt werden oder ich habe meine Fähigkeiten an der Strickmaschine einfach total überschätzt.
Dennoch habe ich es jetzt geschafft und bin glücklich und zufrieden, so viel dazu gelernt zu haben. Darüber könnte ich jetzt ein ganzes Buch schreiben :-)
 Trotz all der Schwierigkeiten finde ich, dass Doppelbett Jacquard eine Technik ist, die viele Möglichkeiten bietet und die Jacke bleibt sicherlich nicht das einzige Stück, das ich so gestrickt habe, denn mittlerweile habe ich auch verstanden, wie man die Muster entwickelt und aufschreibt, bzw in den PPD oder ins DK7 bekommt.
In diesem Sinne: auf ein Neues :-)



Noch ein paar Informationen zum Material:
benutzt habe ich  insgesamt 5 verschiedenen Farben, bis auf einen Faden ( Weiß) reine Wolle/ Merino

Farbe
Lauflänge
Anzahl der Fäden
(1) Helles Wasserblau 
44/2
4
(2) Weiß 
44/2
4
(3) Meliertes Garn aus: 


Dunkelblau
44/2
2
Weiß
44/2
1
Zartblau
28/2
1
(4) Mittleres Blau (Hauptfarbe) 
28/2
3

gestrickt mit MW 3/3

Mittwoch, 6. Februar 2013

Barbaras Abschied





Anfang Januar bekam ich eine Einladung zum Abschied einer Freundin aus dem Berufsleben.
Natürlich stellt sich sofort die Frage, was man da mitbringt. Und da es die erste Einladung dieser Art war, habe ich mich damit sehr schwer getan. Blumen…bringt doch fast jeder mit; Wein….wohl eher nicht; was Süßes?….sie schimpft öfter Mal wegen ihrer Formen.
Etwa eine Woche vor dem Ereignis beschloss ich, ihr eine Jacke zu stricken, denn sie mag Stricksachen.
Von der Idee bis zum letzten Nadelstich des Fädenvernähens habe ich eine Woche gebraucht.


Der Schnitt ist selbstgemacht und basiert auf verschiedenen Angaben für Größe 44-46.







Das Muster ist ein Festmuster aus der Brother KH 930, 
Nr. 263, das ich allerdings in der Höhe verdoppelt habe. Hier zu sehen mit schwarzen Grundgarn, das ich später gegen blau/ graue Töne ausgetauscht habe



Das Muster ist ein Fangpatent-Muster, bei dem ich alle 2 Reihen mit dem Farbwechsler die Farbe gewechselt habe.










Insgesamt habe ich 16 verschiedene Fäden verarbeitet, jeweils in 4-er Gruppen zusammengefasst. Das Material ist bei 13 Garnen reine Wolle, nur 3 Fäden haben eine Beimischung.









Da die Zeit ja so kurz war, habe ich nach dem cut & sew Prinzip gearbeitet und die Blenden auf italienische Art angebracht, wobei mir das Buch von Hanne Barth wieder gut geholfen hat.






                                        Wie man sieht: sitzt, passt, wackelt und hat Luft :-)