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Mittwoch, 28. August 2013

Anleitung Norweger-Fingerhandschuhe mit Daumenspickel für die Strickmaschine

Nachtrag vom 3. September 2016

Da meine Anleitung für diese Art Handschuhe auf Ravelry nicht mehr zu haben ist, veröffentliche ich sie hier. Leider ist das als kompakte pdf Datei nicht möglich, aber wenn ihr nacharbeiten wollt, könnt ihr gerne den Beitrag kopieren und für euren persönlichen Bedarf ausdrucken. Ein Verkauf dieser Anleitung ist jedoch nicht gestattet!



IngridCojocaru© Fingerhandschuhe mit Norwegermuster und Daumenspickel
Größe 7- 7 1/2 aus Sockenwolle LL 210 m/ 50g, gestrickt auf der Brother KH 930


 Nach vielen Experimenten ist mir es nun endlich gelungen, Fingerhandschuhe mit Norwegermuster zu stricken, die wenigstens meiner Hand perfekt passen. Beim Studieren verschiedener Größentabellen ist mit aufgefallen, dass meine Maße doch etwas von der Norm abweichen.
Das sagt euch schon, dass ihr eventuell auch an der ein oder anderen Stelle nachbessern müsst und um eine Maschenprobe nicht herumkommt, denn auch 4 fädige Sockenwolle fällt von unterschiedlichen Herstellern verschieden aus und unterschiedliche Muster ergeben ebenfalls differierende Mapros. Außerdem sind Hände nicht gleich Hände.
Ich gehe hier nicht auf die einzelnen Stricktechniken ein (Anschlag, 1R/1L,  Norweger, Rundstricken, Nadeln stilllegen in E), denn das steht ja in den Anleitungsbüchern. Dies ist also keine Anleitung für Maschinen- Neulinge, sondern setzt Grundkenntnisse voraus.
Die Muster ist entstanden für elektronische Maschinen, die einen größeren Rapport zulassen als Lochkarten Maschinen. Natürlich kann man nach dieser Grund-Anweisung auch mit Lockkarten Maschinen Handschuhe stricken…ihr könntet dann zum Beispiel ein durchlaufendes Muster nehmen, wie  bei den weiß blauen Handschuhen oben rechts im Körbchen.

Man braucht für ein Paar Handschuhe etwa 50 Gramm Sockenwolle in der Grundfarbe, etwa 25 Gramm Musterfarbe und eine Maschine mit Doppelbett.
.


Am besten eignen sich Norwegermuster, deren Rapport gleich der Breite des Handschuhs entspricht. Das Muster das ich hier zeige, besteht aus 2 Hälften.
Die linke Seite des Musters für die Handoberfläche habe ich selbst auf dem PPD erstellt, die rechte Seite für die Handinnenfläche ist Muster Nr. 25 aus dem Brother Heft. Strickt man den 2. Handschuh, muss das gesamte Muster mit der Variationstaste Taste 1 gespiegelt werden.
Es ist für eine Breite von 62 Maschen= Handumfang 19,5 cm errechnet.  (Größe 7-7,5)
Strick man größere Größen, kann man das Muster an allen Seiten erweitern.

Natürlich kann man auch ein existierendes Muster aus dem Brother Heft nehmen  und es nach seinen eigenen Vorstellungen/ Maschenzahlen umbauen. Bei der Ausarbeitung ist mir aufgefallen, dass es von Vorteil ist, wenn die Ränder in der Grundfarbe bleiben.  Dann ist das Einarbeiten des Spickels hübscher.


Meine Maschenprobe im Norwegermuster MW 6 lautet:
10 cm = 35 Reihen / 10 cm = 32 Maschen
Die Maschenprobe für das Rundstricken  mit MW6/6-I
10 cm = 40 Rh / 10 cm = 37 Ma

Zum besseren Vergleich und Verständnis für eure eigene Arbeit hier noch ein paar allgemeine Erläuterungen und eine Skizze:



Der Handschuh besteht aus neun Teilen.


(1)Wir beginnen mit einem 1R/1L Bündchen (oder was immer man will) in der Höhe, die einem gefällt. Das Maß dafür entspricht der Maschenanzahl des Handumfangs an seiner breitesten Stelle, also genau unter den Fingern.
Danach wird die Handfläche (2) bis zum kleinen Finger als flaches Strickstück mit Norwegermuster auf dem Hauptbett gearbeitet.  Teil 3 ist dann der kleine Finger, der rund gestrickt wird. Dazu strickt man erst mit Nylonfaden und Restgarn all jene Ma ab, die momentan nicht gebraucht werden,  hängt dann die Hälfte der verbliebenen Ma aufs Vorderbett und strickt in Runden den kleinen Finger fertig.
Danach ( Teil 4) werden etwa 6 Reihen über den Bereich gestrickt, in dem die 3 restlichen Finger sein sollen.
Teil 5/6 und 7 sind: Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger, die im Prinzip wie der kleine Finger gearbeitet werden. Wichtig: auf einen guten Abzug achten!
Zum Schluss wird der Daumenspickel  (Teil 8) am Hauptbett  und dann der Daumen (Teil 9) wieder rund gearbeitet.
Man wechselt also öfter zwischen Hauptbett und Doppelbett hin und her.

Nun die eigentliche Anleitung mit meinen Maßen, die ihr auf der ersten Skizze ablesen und nach euren Maßen korrigieren könnt. Wenn ihr korrigieren müsst, zeichnet eure Hand auf ein Blatt Papier, messt sie aus und rechnet gemäß eurer Maschenprobe um.
Mein Handumfang beträgt 19.5 cm, das ergibt einen Anschlag von 60 plus 2 Randmaschen, also 31links und 31 rechts der Null.

Teil 1: Bündchen
Ich beginne mit einem 1R/1L Bündchen über 29 Reihen bei MW 3 und 3/II am DB und 1 weitere Reihe mit höherer MW, nämlich 4/4-I.
Der Schlitten steht jetzt rechts. Alle Maschen umhängen und Abstreifer wechseln, die MW wird erhöht auf 6, Schmuckfarbe einfädeln,

Teil 2: Handteil innen und außen
RZ 000..
1 Rh mit Schmuckfarbe stricken. Schlitten steht links.
Einrichten für Musterstricken: vorwählen auf KC, Muster programmieren/ aufrufen, 1 Rh nach rechts stricken, Norwegertaste drücken, Grundfarbe  wieder in den Hauptfadenführer einfädeln, Schmuckfarbe in die 2. Öffnung einfädeln, 2 Reihen stricken.

Setze nun mit einem Faden links und rechts eine Markierung ( hier beginnt später der Daumenspickel) und stricke weiter bis Reihe 23. Setze wieder links und rechts eine Markierung ( hier endet der Daumenspickel) und stricke weiter bis zum Beginn des  kleinen Fingers = 37 Reihen, Schlitten links. Maschine ausschalten, (Mustern beenden)
Schmuckfarbe in den Hauptfadenführer einfädeln, 2 Rh stricken, Schlitten links und 39 Reihen sind gestrickt.

Bringe alle Nadeln von 7 links  bis 31 rechts nach E und stricke die noch in B befindlichen Nadeln mit Nylonfaden von Hand und dann mit Kontrastgarn ab,  bringe dann alle Nadeln von 8 rechts bis  31 rechts von Hand in  die B Position und stricke diese ebenfalls mit Nylonfaden und Kontrastgarn ab. Es sind noch die mittleren 14 Nadeln belegt ( 7-0-7).  Den Nylonfaden bringe ich bewusst von Hand ein, weil man somit größere Maschen bekommt und die Gewichte besser ziehen.

Alternativ dazu kann man auch die Maschen von den Seiten auf eine feine Rundstricknadel fädeln  und so stilllegen.

Teil 3 - Der kleine Finger
Von diesen 14 Maschen werden nun 7 nach vorne auf das DB umgehängt und die Schlitten für Rundstricken eingerichtet. Aus dem Querfaden zum späteren Ringfinger nimm eine zusätzliche Masche auf beiden Betten verschränkt heraus und belege damit die nächste Nadel. Du machst also auf jedem Bett eine Zunahme!





Stricke 44 Reihen rund. Jetzt werden die Abnahmen mit dem 2er Decker gemacht ( pro Seite und Bett je 1 Masche nach innen hängen), 2 Reihen stricken, wiederholen bis 4 Maschen pro Bett übrig sind. Faden abschneiden, durch die Maschen ziehen, abwerfen.

Teil 4- Erhöhung für die gute Passform:
Alle restgestrickten Maschen zu gleichen Teilen auf Hauptbett und DB hängen.
6 Reihen rundstricken.
Nun kommt der Moment, wo ihr euch entscheiden müsst, entweder nochmal alle Ma restzustricken Nylonfaden plust Restgarn), oder mit einer dünnen Rundstricknadel abzuheben, um dann die Fingermaschen später nach und nach wieder einzuhängen oder mit der Technik Nadeln in E zu arbeiten. Ich habe alle 3 Varianten  ausprobiert. Die ersten beiden Versionen dauern zwar etwas länger, sind aber leichter zu handhaben, weil der Abzug für die Finger einfacher ist.
Wie auch immer ihr entscheidet…wir stricken jetzt die Finger.


Teil 5 - Zeigefinger: 
Hänge pro Bett 7 Ma plus 1 Ma verschränkt aus dem Querfaden zum Mittelfinger hin.(= 8 Maschen) (das heißt: 7 Maschen vorne, 7 Maschen hinten plus jeweils 1 Masche aus dem Querfaden pro Bett erzeugen. Das ergibt 8 Maschen pro Bett!)
Man braucht diese zusätzliche Masche, damit man die Finger beim Tragen der Handschuhe bequem spreizen kann und der Zwischenraum etwas weiter ist. Also nicht vergessen!
Arbeitest du mit  Technik „Nadeln in E“ , versetze die 7 Maschen um 1 Na zur Seite und belege die freigewordene Nadel mit der zusätzlichen Masche. Sie bettet sich dann schöner ein.  Das Umhängen ist jedoch nur nötig, wenn du mit der Technik „Nadeln in E“ arbeitest. Jetzt strickst du 54 Reihen bis zur  Abnahme. Die Abnahmen erfolgen wie beim kleinen Finger. Die letzen Maschen (je nach Anzahl 3 oder 4) mit dem Faden durch fädeln, zuziehen und fertig.


Teil 6- Mittelfinger:
 8 Maschen pro Bett plus je eine aus dem Querfaden und vor der Abnahme 62 Rh.
Auch hier musst du erst die Maschen um 1 Nadeln versetzen, wenn Du mit der Technik „Nadeln in E“ arbeitest.

Teil 7-Ringfinger 8 Maschen pro Bett einhängen, je 1 zusätzliche Ma aus dem Querfaden dann 54 Reihen rund stricken.

Teil 8 - Der Daumenspickel:


Den noch offenen Handschuh nun so zwischen den Betten platzieren, dass das Bündchen in der Bettengasse hängt und die Fingerseite zu dir zeigt. Dabei ist die linke Seite sichtbar. Schlitten steht rechts.


Eine Masche auf gelb 1 (links) am hinteren Bett   anschlagen und aus der linken Kante des Handschuhs die Randmasche der ersten Reihe nach dem Bündchen auf diese 1 Masche dazu hängen.
  
Eine Reihe stricken

 
Nun hänge die Randmasche der rechten Seite auf die eben gestrickte Nadel. Achte immer darauf, dass der Faden unterhalb der Nadel  und vor der Arbeit liegt und stricke 1 Reihe.
Wiederhole diesen Schritt (aufhängen, 1 Reihe stricken,) bis  zur ersten Markierung.



Sind beide Markierungsmaschen aufgehängt, beginnen wir mit den Zunahmen. Das heißt:
Nun wird re neben der Nadel ( gelb 1)  eine weitere Nadel Masche dazu geschoben(grün 1). Auf diese Nadeln  nun eine Masche aus der rechten Kantenreihe ( 1 Reihe nach der Markierung 1 = Reihe 5)  dazu hängen, 1Rh stricken.
*Links eine Nadel dazu schieben, eine Masche aus der Kante drauf hängen und drüber stricken.
Re eine Nadel dazu schieben, eine aus der Kante drauf hängen, drüber stricken.
Jetzt keine Nadeln dazu schieben, sondern li nur eine Kantenmaschen einhängen und
drüber stricken. Keine Nadeln dazu schieben, sondern nur re eine Kantenmaschen einhängen und
drüber stricken *
Von * bis * so oft wiederholen, bis die errechnete Maschenzahl (insgesamt 18) erreicht ist und man an der 2. Markierung angekommen ist.

Teil 9- Der Daumen
Dann hängt man die Hälfte dieser Ma nach vorne aufs DB, nimmt wieder je eine Ma aus dem Querfaden und eine aus der Kante auf und strickt den Daumen rund mit 38 Rh, dann die Abnahmen.
Wem der Daumen mit 11 Maschen zu breit ist, kann die zusätzlich aus der Kante aufgenommene Masche gleich nach 2 Reihen wieder abnehmen, hat dann aber doch einen kleinen Steg gearbeitet.

Toll! Du hast es geschafft!
Jetzt ist der erste Handschuh fertig gestrickt und man schließt nur noch die Bündchennaht und die restliche Seitennaht oberhalb des Daumens. Und natürlich muss man noch viele Fäden vernähen J

Da der Daumen in der Seitennaht sitzt, kann man den 2. Handschuh genau wie den ersten stricken, aber bitte nicht vergessen, für den 2. Handschuh die Muster- Spiegeltaste zu drücken, wenn du mit 2 verschiedenen Mustern für Innen-und Außenhand gearbeitet hast. Hast du ein durchlaufendes Muster Handinnenfläche und Handaußenfläche identisch), brauchst du das nicht.


Das Muster hat einen Rapport von 62 Maschen und 35 Reihen.
Dazu kommen 2 Reihen in der Musterfarbe vor Musterbeginn und 2 Reihen in der Musterfarbe nach Musterende. Gesamt also 39 Reihen.





Welche Maße braucht man?

Teile

Was ist das?
Meine Größe
  7-7,5
Deine Größe

Für Teil 1 und 2
a
Handumfang= Anschlag
19,5 cm = 62 Ma


Teil 2
b
Länge Mittelhand
10,5 cm = 37 Rh


Teil 3
c
Länge kleiner Finger
6 cm = 44 Rh bis Abnahme


Teil 4
d
Höhe bis Fingeransatz
1 cm = 6 Reihen


Teil 5
e
Länge Zeigefinger
7,5 cm = 54 Rh bis Abnahme


Teil 6
f
Länge Mittelfinger
8,8 cm = 62 bis Abnahme


Teil 7
g
Länge Ringfinger
7,5 cm = 54 bis Abnahme


Teil 8
1.      Markierung
h
Höhe Beginn Daumendreieck
Bei Reihe 4


Teil 8 Reihen
2.      Markierung
i
Höhe Daumendreieck
19 Rh
bei Rh 23


Teil 9
j
Länge Daumen
6 cm = 38 Rh bis Abnahme





Viel Spaß beim Tragen!


©Ingrid Cojocaru

Nur zum privaten Gebrauch. Jeder Verkauf oder Veröffentlichung der Anleitung ist nicht gestattet!




Montag, 26. August 2013

Fingerhandschuhe mit Norwegermuster Fortsetzung

Und noch ein Paar.


Im Strickforum hat Kerstin erwähnt, dass bei ihr der kleine Finger etwa 1 cm tiefer beginnt, als die anderen Finger und deshalb die Handschuhe meist nicht so toll sitzen. Bei mir ist das auch der Fall und deshalb versuchte ich, eine kleine Änderung anzubringen.
Die Handschuhe werden ja nicht rund gestrickt und deshalb hab ich dort, wo die drei Finger ( Zeige-Mittel und Ringfinger) beginnen, versuchsweise mal 2 Reihen mehr gestrickt um etwas mehr Höhe zu erreichen.





 Die Maschen, die man sonst aus dem Querfaden für den jeweiligen Finger herausstrickt, habe ich aus diesem kleinen Treppchen, das entstanden war, genommen.
Bei der späteren Ausarbeitung gestaltete sich das jedoch als  Problem und nun ist der Zwischenraum zwischen kleinem und dem Ringfinger nicht besonders gut gelungen. Mag sein, dass es daran lag, dass ich am Abend schon etwas müde und schluderig war, aber so kann das nicht bleiben, denn es stört an der Hand doch sehr und hat auch für die bessere Passform noch nicht viel gebracht.
Ich werde meine Versuchsreihe also fortsetzen und hoffe, dass mir doch irgendwann der optimale Handschuh gelingt.
Das Muster stammt diesmal aus der Brother Stitchworld Nr. 75, ist aber doch sehr stark abgeändert.

Dienstag, 13. August 2013

aller guten Dinge sind drei

Reste, Reste, Reste....überall, wo ich hinschaue, springen sie mir ins Auge.
So auch diese hier.
Also noch ein kleiner Schal, den man jetzt Windspan nennt. Und weil es so prima mit der Maschine klappt, wähle ich einfach mal Muster Nummer 276 (Fangpatent, damit sich an den Seiten nichts einrollt) und stricke frei Schnauze drauf los.
Die Halskante ist diesmal mit einer angestrickten Kordel verziert. Das sieht nett aus, ich fand es aber dennoch etwas mühselig
Es waren bei 3-fädigem 28/2 Garn 120 Maschen mit MW 7''gestrickt und das ergab eine Halskante von 142 cm mit einer Breite von 27 cm.




Samstag, 10. August 2013

Wingspan von Hand und mit Maschine

Wingspan von Hand

Beim Räumen fielen mir neulich wieder die Reste des AAdeLong Garnes meiner Norwegerjacke in die Hände. 110 Gramm Grün/ Lila/Blau/ waren übrig geblieben und wollten schnellstens verstrickt werden. Aber was macht man damit?
Mit einer Freundin sprach ich über den Wingspan, der  ja geradezu ideal für Farbverlaufsgarne ist und auch ohne Anleitung leicht und nebenbei zu stricken ist. Gesagt, getan. Der einzige Unsicherheitsfaktor: wie weit reicht das Garn?



Maße:
Längskante 150 cm, von der Halskante zur Spitze 35 cm

60 cm Rest :-) 




Wingspan mit der Maschine

Und weils so schön ist, wollte ich auch wissen, wie so ein Schal auf der Maschine zu stricken ist. Wie immer geht mir ja alles nicht schnell genug und so hab ich meine Zeit auch nicht damit vertrödelt, eine Anleitung zu suchen, sondern hab einfach probiert.Verkürzte Reihen hab ich schon einige Male gestrickt.
Weil glatt rechts sich ja an den Kanten einrollt, habe ich Musternummer 256 genommen ( Fang-Patent-Muster) und ein Garn, das schon mal als Pullover Vorderteil verstrickt und dann aufgeribbelt war. Das war für einen Test gerade recht.

Maße:
Halskante 120cm,  von der Halskante zur Spitze 30 cm





Wie’s geht???

Ganz links am Bett anfangen und so viele Maschen anschlagen, wie man möchte, bei mir sind es 100.
3 Reihen stricken, Muster einstellen, vorwählen, Tuck Tasten drücken, Schlitten auf H stellen und dann geht’s los.
Nach und nach Nadeln in E für verkürzte Reihen ( 3er weise) schieben ( erstes Dreieck)
Sind alle Nadeln abgestrickt, ( Schlitten steht jetzt rechts) von Hand neue Maschen mit Wickelanschlag oder Häkelanschlag für die Zackenbreite zunehmen (ich habe 20 genommen),  die in E befindlichen Nadeln entweder von Hand in D schieben* oder den Schlitten von H auf N einstellen…dann aber nicht vergessen, nach der nächsten Reihe wieder umzustellen!

nach links stricken und die ersten 20 Maschen von links von Hand abstricken, dann auf eine Handstricknadel fädeln und das 2. Dreieck mit verkürzen Reihen beginnen. Es sollte hier die gleiche Maschenanzahl auf den Nadeln liegen, wie zu Beginn.
Alle folgenden Dreiecke werden genauso gearbeitet.
Hat man alle rechts verfügbaren Nadeln belegt und gestrickt, kann man mit dem Umhängekamm alles nach links versetzen und weitere Dreiecke stricken ( wer keinen Kamm hat, strickt eine Reihe mit Nylonfaden und dann Kontrastgarn ein paar Reihen glatt, wirft ab und hängt links wieder ein).

Bewusst schreibe ich hier keine Maschenweite auf, weil das ja abhängig vom Garn ist, das man verwendet. Auch die Maschenanzahl, bzw die Zackenbreite kann jeder nach seinem Geschmack gestalten. Man sollte halt nur darauf achten, dass man genau so viele Maschen links stilllegt, wie man rechts neu angeschlagen hat.

Mir hat das viel Spaß gemacht und ich weiß jetzt schon, was die weiblichen Familienangehören in diesem Jahr zu Weihnachten bekommen J


·         Wenn man es ganz akkurat machen möchte, schiebt man nicht alle Nadeln nur nach D, sondern mustergemäß nach B und D. 

Samstag, 27. Juli 2013

Pullunder mit Locheffekt Muster

So, das ist jetzt endlich auch mal probiert: Locheffekt Muster
Sie sind wirklich einfach zu stricken, ratz-fatz, keine Komplikationen.
Muster Nr 403 aus dem gelben Pattern Stitch World Buch,
Maschenweite 4 für das Muster,
Maschenweite 4.1 für  glatt rechts
Blenden 2 rechts/ 2 links mit MW 2/I,
das Garn: reine Wolle von Schöller und Stahl, Nm 40/1, 6 fach und ein Faden Baumwolle in gleicher Farbe mit Beimischung, kann aber nicht sagen, was genau, da kein Label mehr vorhanden.

Für den Anschlag haben 186 ( 93/93) Maschen für 50 cm untere Weite ausgereicht, nach dem Muster-Teil und allen notwendigen Abnahmen für die A Form mussten jedoch wieder einige Maschen für den Glatt-rechten Teil dazu kommen. Mit dem großen Umhängekamm waren die fehlenden Maschen  schnell wieder von 162 auf 178 ergänzt
Nur beim "Tasche" stricken an den Blenden für die italienische Befestigungsmethode hatte ich einige Schwierigkeiten, weil ich vergaß, die letzte Reihe vor der Umstellung auf rechts/rechts rund stricken etwas weiter zu stricken. So war es dann eine ziemliche Fummelei, die Maschenfüße zu erfassen und auf das gegenüber liegende Bett zu bekommen, damit keine Löcher entstehen.
Da ich mittlerweile gelernt habe, den Faden beim lange Maschen ziehen aus der Spannung zu nehmen, hat die italienische Methode zum ersten Mal auch super gut geklappt.


italienische Befestigungsmethode außen

italienische Befestigungsmethode innen

die Zunahmen sind kaum sichtbar

Muster 403

Jetzt heißt es nur noch auf einen kühleren Tag warten, damit ich den Pullunder auch mal tragen kann :-)

Donnerstag, 18. Juli 2013

Ich liebe Rosa

manchmal geht es ja richtig schnell mit dem Stricken....
Strickrechner von Sabine Lamers für die Maße bemühen, Musterprobe stricken, waschen und bügeln und schon gehts los.
Zum ersten Mal, seit ich mit der Maschine stricke, habe ich es gewagt, ein wirklich dünnes Garn zu verarbeiten. 40/1, das aber doch 6 fach gewickelt ist. Das ist immer noch so dünn, dass ich mit MW 3  bei 40 Maschen mal eben auf 11,5 cm und bei 60 Reihen auf 13, 5 cm kam und für den Anschlag ganze 180 Nadeln brauchte. Soweit kein Problem, denn glatt rechts ist ja im Prinzip schnell gestrickt.
Die Bündchen und die Blende hat der KG sogar  mit MW 2 für mich übernommen.
Schwierig wurde es, als ich das das Halsbündchen anging. Der Ausschnitt ist ja doch sehr weit geworden und somit musste ich die "Strecke" teilen, damit ich mit den Nadeln auskomme. Und dann sollte natürlich noch die italienische Befestigungsmethode sein, damit es auch richtig ordentlich aussieht. Das hat mich dann doch etwas ausgebremst, denn der KG kann ja nicht rund stricken und für diese Methode muss eine Tasche gestrickt werden, die die Halskante verbirgt.
Also dann: Blende stricken, 6 Reihen für die eine Seite der Tasche stricken, Kontrastgarn dran, die ganze Geschichte abwerfen und umdrehen, die letzte Blendenreihe Masche für Masche wieder einhängen ( sehr schwierig, wenn die Maschen so klein sind),  die notwendigen zweiten 6 Reihen für die andere Taschenseite stricken, die Halskante drauf, nochmal Maschen hochfriemeln ( die Reihe vor dem Kontrastgarn), lange Maschen ziehen und abhäkeln. Ufff! Diese Aktion hat mehr Zeit und Nerven gekostet, als der ganze Pullover und ich weiß sicher, dass ich mir diese Prozedur nicht nochmal aufhalse. Da strick ich doch in Zukunft gleich wieder ganz brav doppelte Bündchen! :-)
Trotzdem war der Pulli am 2. Tag komplett fertig und...
sitzt, passt, wackelt und hat Luft


Sonntag, 26. Mai 2013

Jacke nach einem Bargello Muster von Marie Louise Norman

Nach 3 Vorderteilen, drei Ärmeln und der Überwindung einer Million anderer Hindernisse ist es endlich vollbracht.
Die Jacke ist endlich fertig.
 Die Pannenliste vom post weiter unten werde ich nicht komplettieren, nur soviel sei noch dazu gesagt: diese Jacke wollte offensichtlich nicht von mir gestrickt werden oder ich habe meine Fähigkeiten an der Strickmaschine einfach total überschätzt.
Dennoch habe ich es jetzt geschafft und bin glücklich und zufrieden, so viel dazu gelernt zu haben. Darüber könnte ich jetzt ein ganzes Buch schreiben :-)
 Trotz all der Schwierigkeiten finde ich, dass Doppelbett Jacquard eine Technik ist, die viele Möglichkeiten bietet und die Jacke bleibt sicherlich nicht das einzige Stück, das ich so gestrickt habe, denn mittlerweile habe ich auch verstanden, wie man die Muster entwickelt und aufschreibt, bzw in den PPD oder ins DK7 bekommt.
In diesem Sinne: auf ein Neues :-)



Noch ein paar Informationen zum Material:
benutzt habe ich  insgesamt 5 verschiedenen Farben, bis auf einen Faden ( Weiß) reine Wolle/ Merino

Farbe
Lauflänge
Anzahl der Fäden
(1) Helles Wasserblau 
44/2
4
(2) Weiß 
44/2
4
(3) Meliertes Garn aus: 


Dunkelblau
44/2
2
Weiß
44/2
1
Zartblau
28/2
1
(4) Mittleres Blau (Hauptfarbe) 
28/2
3

gestrickt mit MW 3/3

Dienstag, 7. August 2012

Revontuli

Bei all den Langzeit- Projekten, die ich derzeit in Arbeit habe, war es wieder mal Zeit für etwas Schnelles. So habe ich die Wollkäufe meines Kurzbesuches in Tallin begutachtet und entschloss mich, auch mal einen Revontuli nach dieser Anleitung zu stricken.
Das Garn ist von Villa Wool (Aade Long, oder auch Kauni)
mit einer LL von etwa 800 m pro 100 g ( 8/1),  hat sich mit 4er Nadeln super schnell verstrickt und wiegt 79 g. Ürsprünglich wollte ich die gesamten 114 g verwenden, habe aber dann früher aufgehört, weil mir das Tuch mit 180 auf 78 cm groß genug war.

Sonntag, 25. März 2012

Jacke aus selbst gefärbter Wolle

Jetzt ist sie endlich fertig.

Glücklich bin ich damit nicht so ganz, obwohl das gefärbte Chaos besser aussieht, als ich vermutet hatte. Im Strang sah das Garn doch ganz schön wild aus ( siehe: Beitrag  Frustfärben)

Eigentlich sollte die gesamte Wolle rot werden, doch habe ich beim Färben sehr schnell feststellen müssen, dass dafür meine Farbvorräte bei weitem nicht ausreichen. Da ich aber mal wieder nicht warten konnte, bis die Geschäfte öffnen, um Nachschub zu kaufen, habe ich Gelb und orange zu Hilfe genommen und fasste den Vorsatz, nur die Bündchen, Blende und Kragen in rot zu stricken, den Rest eben mit den anderen Strängen. Natürlich ging meine Rechnung wieder nicht auf und ich durfte dafür noch 100 g nachfärben. Nur knapp konnte ich damit dann auch noch den Kragen erstellen und es reichte wieder nicht für die Breite, die ich wollte.
Grundsätzlich war meine Toleranzschwelle bei diesem aufgeribbelten Handstrickprojekt, dem ich immer noch nachtrauere ohnehin nicht sonderlich groß und so habe ich die Grundform glatt rechts auf dem Grobi gestrickt und Blende und Kragen gehäkelt (mehrmals!!!). Zwischendrin kam mir der Gedanke, nun auch die Bündchen nochmal aufzumachen und ebenfalls zu häkeln...allein..der Wille war zu schwach!
Das Häkelmuster ist ein einfaches Muschelmuster, dennoch ist es erstaunlich, was man bei der Formgebung am Kragen so alles falsch machen kann. So haben sich trotz mehrerer Versuche einige Fehler eingeschlichen, mit denen ich aber gut leben kann. Auf jeden Fall habe ich erfolgreich ein UFO verhindert...und das ist doch auch schon mal was :-)
Jetzt kann ich in Ruhe den Grobstricker zusammenpacken, denn mein Bedarf an Verarbeitung dicker Wolle ist momentan wirklich gedeckt.
http://www.blogger.com/blogger.g?blogID=2691683202888087055#editor/target=post;postID=8668080970240248642

Freitag, 2. März 2012

Frustfärben

Manchmal gehen einem die Dinge nicht von der Hand. Auch dann, wenn man im Vorfeld alles tut, damit sich keine Katastrophen einstellen.
Ich hatte Feuer gefangen für dieses Modell und wollte dafür meine neue Wolle verwenden.


Ich habe also einige Maschenproben gestrickt, sie gewaschen, vermessen und lange umgerechnet.
Nach ein paar Wochen war die Jacke dann fertig und passte wie angegossen. Nach dem ersten Waschen kam jedoch eine herbe Enttäuschung. Sie war viel zu lang ( etwa 25 cm). Auch ein Waschgang in der Waschmaschine und liegend trocknen hat daran nichts mehr geändert.
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dann entschlossen, alles wieder aufzuribbeln und neu zu stricken. 


Allerdings war mir da schon klar, dass ich die Wolle in dieser Farbe nicht mehr verwerten wollte.
Zuerst habe ich also eine von den alten Maschenproben testweise gefärbt, um zu sehen, welche Farbe am besten das Beige überdeckt. Die Wahl fiel eindeutig auf Rot. Spät am Abend habe ich dann mit dem Vorhaben begonnen, um bereits nach dem ersten Strang festzustellen, dass meine Ostereierfarben für die Wollmenge nicht ausreichen.
Mache aus der Not eine Tugend, dachte ich und nahm kurzerhand Orange und Gelb mit dazu.


Jetzt sehen die Wollstränge ganz schön wild aus und ich bin neugierig, was für ein Strickbild daraus entstehen wird. Ich hoffe, es wird nicht zu chaotisch, weil ich ja ohne Ziel und Plan drauf los gefärbt habe. Mal sehen.
Auf jeden Fall wird es ein buntes Unikat..auch nicht schlecht :-)
Für das nächste Projekt habe ich vor, mit anderen Farben zu färben... und vor allem nach Plan!!!!

Mittwoch, 29. Februar 2012

es geht die Lou lila

Was ist denn das für ein Titel? denkt ihr jetzt vielleicht.
Das ist ein Lied aus den 30er Jahren, das mir, seit meine neue Wolle angekommen ist, nicht mehr aus dem Sinn will ( siehe Wollwahn)

Bei meiner letzten Wollbestellung  waren 2 lila Töne.
Einmal Merino superwash LL 44/2 (dunkel) und Super Baby Merino extrafine, LL 30/2 (hell)
Das dunklere Garn habe ich 6 fädig genommen, LL dann 183m/50gr und das hellere lavendel 4 fädig- 187 m/50gr

Und da mir meine melierte Jacke so gut passt, brauchte ich nur den Schnitt etwas abwandeln, denn es sollte ein Pullover werden.
Ich habe lediglich den Ausschnitt etwas kürzer gemacht, dem V die Spitze genommen und das "Schößchen" nach unten verschoben, weil der Pulli etwas länger werden sollte.
Die Rippen beginnen nun in der Taille und nicht, wie bei der Jacke unter dem Busen.
Die Änderungen waren auf dem Formstricker schnell aufgemalt.
Irgendwie hab ich bei der Einstellung des Formstrickers dann doch wieder geschludert, sodass ich zur Strafe die Ärmel 2 mal stricken durfte, denn sie waren vieeeeel zu lang. Man sollte eben nicht zwischendrin mal was anderes stricken!!!!
Auch beim Einnähen mit dem Hague Linker hab ich erst mal Mist gebaut. Die Ärmel waren völlig schief und hatten Beulen. Also wieder raus damit und von Hand einnähen. Ich finde, dass das bei Ärmeln sowieso risikoloser ist. Man hat einfach mehr Gefühl, ob man verzieht oder nicht. Oder ich muss noch mehr üben :-)

Im Prinzip habe ich einen einfachen Pullover mit V Ausschnitt als Grundlage genommen und den nach meinen Vorstellungen angepasst, das heißt:
Unterteil ignorieren und statt dessen ein Schößchen mit Falten quer stricken.
Dabei wird nur die Schmalseite des Faltenteils als Maß für die Breite genommen und so breit gestrickt, dass es der Weite der Stelle entspricht, wo das Oberteil beginnen soll.


Noch ist der nicht ganz fertig. Gleich werde ich ihn in ein feuchtes Tuch einrollen, damit sich kleinen Beulen  im Rockteil legen, die durch die verkürzten Reihen entstanden sind und der Kragen etwas besser aufliegt. Er rollt sich ja noch ein.




Sonntag, 26. Februar 2012

Färben

Seit Wochen geht das nun so...ich versuche mich ständig zurück zu halten, um nicht auch noch  dem Virus Wolle-Färben zu verfallen. Vergeblich.
Gestern hat' s mich nun gepackt, mein selbstauferlegter Widerstand ist gebrochen. Ich habe die Ostereierfarben herausgesucht, mich im Netz und im www.strickforum.de   nochmal schlau gemacht, wie es funktioniert und losgelegt.
Da ich immer, wenn ich was Neues mache, durchaus als "hibbelig" zu bezeichnen bin ( im Klartext: keine Geduld und Ruhe für Garnix!!), habe ich auch nicht lange rumgerechnet, sondern auf die Schnelle drei Sockenblanks gestrickt- den ersten auf dem Feinstricker ( und vergaß natürlich, dass man bei 8 fädigem Garn besser nur über jede 2. Nadel strickt), den 2. auf dem Grobi mit MW 7...was viel zu weit ist, dafür aber die Farbe besser aufgenommen wurde, als beim ersten und der 3. wurde bei MW3 schließlich genau richtig.
Gefärbt und fixiert waren sie schnell, aber mein Fotoapparat war zeitweilig verschollen, so dass ich das nicht im Bild festhalten konnte. Außerdem war ich so im Treiben, dass ich das auch vergessen hatte. Noch in feuchtem Zustand  hab ich die Blanks wieder aufgeribbelt und die Fäden auf die Haspel gewickelt. Gott sei Dank hab ich zwei davon, sodass 2 von den 3 auch darauf trocknen konnten.
Heute mussten sie also nur noch gewickelt und gestrickt werden











Das Garn ist zusammengesetzt aus 4 verschiedenen Fäden weißer Reste, überwiegend Merino mit einer LL von 30/2 ( gefacht, nicht getwistet)