Sonntag, 21. Oktober 2012

Filzen oder wie aus Größe 39 Größe 43 wird


Erfahrungen sammeln muss ja immer wieder sein, insbesondere dann, wenn man wie ich, nichts genau so machen kann, wie in einer Anleitung beschrieben. Dann wäre das Leben ja viel zu einfach:-)
Weil meine Hauspuschen schon wieder an einigen Stellen durchgelaufen sind und ich keine Lust mehr zum x-ten Reparieren hatte, nahm ich mir vor, neue zu stricken.
Eine Maßtabelle mit den entsprechenden Angaben für Größe 39 war schnell  gefunden.

Dabei kam mir der Gedanke, den gesamten Sohlenbereich mit doppeltem Faden zu stricken, damit sie sich nicht so schnell durchlaufen (ich bin ein Sohlenkiller!) Weil Rundstricken nach dem offenen Teil mit dem dicken doppelten Faden und den Farbwechseln sich als unhandlich erwies, habe ich einfach weiter offen gestrickt und später die Naht geschlossen.
Für Größe 39:
Anschlag: 32 Maschen
Offene Reihen: 33, danach Zunahme je 1 Ma an jeder Seite
weitere 28 Reihen, dann die Abnahmen für die Spitze über 7 Reihen verteilt bis nur noch 4 Ma übrig waren.
Es ist nicht mein erstes Paar handgestrickte Filzpuschen, aber ich war doch irritiert, wie groß die Teile waren und hatte schon den ersten leisen Verdacht, dass das mit Größe 39 wohl nix wird.
Und ich sollte recht behalten.
 

Selbst nach 2 maligem Filzen kamen immer noch  Puschen für Größe 43 ( 29,5 cm) dabei raus, weil der doppelte Sohlenfaden wohl nicht so stark verfilzt hat, wie gewünscht.
Die Form ist aber in den Proportionen geblieben und fußgerecht.
Mein Mann freut sich jedenfalls, auch wenn es nicht seine Lieblingsfarben sind.... und ich fange nochmal von vorne an J


Sonntag, 14. Oktober 2012

Windrad Tuch in Brauntönen oder besser..ein Poncho?


Gestrickt habe ich diesmal auf der Brother KH  910 über 199 Maschen unter Verwendung des Einbett- Farbwechslers mit MW 10. Vom Nacken bis zur Unterkante sind das 89 cm.

Das Garn:

150 g Aldi Sockenwolle (Vendita)  Farbe 600, LL 210 m/50g
150 g Aldi Sockenwolle ( Vendita) Farbe 991, LL 210m/50g
etwa 500 g Konenwolle  Regia 80 LL 32/4, (aus alten Beständen), dreifädig gefacht
zum Weben: 50 g Dilthey-Wolle Velour, 100% Polyacryl, LL 80m auf 50g, (aus alten Beständen),


Da der Farbwechsler ja links sitzt, musste ich die gesamte Zahlenliste „umkehren“ und dabei ist mir leider ein Fehler unterlaufen. Deshalb hat das mittlere Farbfeld einen Treppenabsatz zum ersten Feld nach der Weblinie bekommen.  Das ist mir aber erst nach dem 3. Segment aufgefallen und da wollte ich einfach nicht mehr von vorne beginnen J

Dieses Tuch hat an der Außenkante keine Lochreihe für Fransen, sondern ist nur mit festen Maschen umhäkelt, um die kleinen Spannfäden zu fixieren.
Außerdem habe ich für die durchgehenden Längslinien 4 Reihen statt nur 2 gewebt.
Um mir die Arbeit ein wenig zu erleichtern, habe ich dafür einen extra Schlitten benutzt und somit das Risiko dezimiert, dass ich vergesse, die Tasten wieder in die richtige Stellung zu bringen.
Dadurch, dass ich das dritte Farbfeld wirklich bis zur letzten Nadel gestrickt habe, bekommen die einzelnen Segmente ein schöne Weite, so dass das Tuch sehr glockig fällt und im Aussehen eher einem Poncho ähnelt, als einem Tuch.

Die Vordere Kante ist mit Mäusezähnchen gearbeitet und bekommt noch Knöpfe.

Insgesamt sind es 8 Segmente geworden….das dunkle Braun hat leider nicht weiter gereicht.

Auch bei diesem Tuch liegt die gerundete Nackenlinie wieder schön um den Hals und das Tuch trägt sich-trotz des hohen Gewichts- sehr angenehm. Ich überlege sogar, den sich ergebenden Kragen noch weiter auszuarbeiten und zu betonen.

Einbettwechsler oder doch von Hand wechseln?

Ich bin mir wirklich nicht ganz sicher, ob der Farbwechsler eine effektive Arbeitserleichterung war.

Mich persönlich hat es viel Mühe gekostet, meinen bei Tuch 1 erworbenen Rhythmus wieder zu verlernen und die umgekehrte Arbeitsweise anzunehmen. Mag sein, dass es einfach nur daran liegt, dass ich Rechtshänder bin.
Auch empfand ich die zusätzlich Notwendigkeit, sich darauf zu konzentrieren, ob er auch richtig eingefädelt hat, als ermüdend. Zwei Mal sind mir jede Menge Maschen gepurzelt, weil ich nicht darauf geachtet hatte, ob der Faden wirklich von der Führung mitgenommen wurde L

Trotz dieser kleinen Pannen bin ich froh, dass er nun ( fast) fertig ist und ich ihn tragen kann. Außerdem bin ich sehr glücklich über die Länge, da ich an den etwas tiefer gelegenen Körperstellen immer etwas kälteemfindlich bin.
 Der Winter kann kommen!

Montag, 24. September 2012

Windrad-Tuch

Beim Stöbern bei Ravelry fand ich ein Tuch, das mir sehr gefiel und ich erinnerte mich, dass ich etwas in der Art vor vielen Jahren schon einmal gestrickt hatte. Nach längerem Suchen fand ich auch meine alten Notizen wieder, schrieb sie um und strickte ohne großen Plan einfach drauf los. Das hier ist draus geworden.




Wer es gerne nachstricken möchte, findet  bei Ravelry die Anleitung dazu.
Alle, die dort  nicht angemeldet sind, dürfen hier gerne kopieren.
 

Windrad- Tuch
mit 11 Segmenten

Was man braucht:
Sockenwolle, LL 210m/50 g
Farbe 1: 250 bis 300 g
Farbe 2: 150 g
Farbe 3: 150 g
Farbe 4: etwas Garn zum Weben
gestrickt mit  MW 8


4-fach Fadenspannungsmast vom Vierfarbwechsler,
reichlich kleine Gewichte

 


Gestrickt auf der Brother KH 930


Ich habe hier, ohne groß zu rechnen auf’s gerade wohl ein Tuch gestrickt, das 11 Teilstücke hat und dessen Farbfelder etwas jeweils ein Drittel der Gesamtstrecke für sich beanspruchen. Jedes Teilstück ist vom nächsten durch 2 Webreihen abgesetzt, für das ich ein zusätzliches Bändchengarn verwendet habe. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Ob man Webreihen einarbeitet, einen Rollrand möchte oder nicht…kann jeder für sich selbst entscheiden.
Außerdem habe ich bei jedem Teilstück Farbe 2 und 3 vertauscht.


Vorbereitung:
Fadenführung vom 4 Farbwechsler anbringen und 3 Farben einlegen.
Doppelbett -wenn montiert- entfernen, HB aber ruhig in Schrägstellung lassen.
Das hat nur einen Grund: man kann mögliche Fallmaschen besser wieder aufnehmen J





Meine Arbeitsschritte…eine mögliche Reihenfolge
Anschlag mit KW,
2 Rh stricken in der Grundfarbe, Rollrand positionieren,
2 Rh weben,
1 komplettes Segment stricken,
*2 Rh in der Grundfarbe,
2 Rh weben
1 komplettes Segment mit vertauschten Farben stricken,*
und von *bis* wiederholen, so oft man möchte. Nach dem letzten Segment wieder 2 Rh in der Grundfarbe und entweder lose abketten ( Vorsicht Rollgefahr) oder eine Blende anstricken. Anschlag wieder aufnehmen und Blende anstricken.

Der Rollrand
Auf der rechten Seite die letzten Ma umhängen: IIIIIIIII..III..II
Diese Aufteilung ergibt eine Art Rollrand mit Öffnungen, durch die man die Fransen, die gleich mitgearbeitet werden, durchfädeln und verknoten kann. Das erspart das spätere Anknoten von losen Fäden! Wer das nicht möchte, lässt die Nadeln einfach stehen und kann dann später einen anderen Rand anbringen.


Die Webreihen allgemein
Dazu die Webtasten in Arbeitsposition bringen (hoch)
mit dem Nadelschieber links beginnend Nadeln in D bringen, I..I..I..I..I..
Webfaden vor die Webführung legen,  1 Rh weben
wieder Nadeln in D bringen: II..I..I..I..I..I..  ( also um 1 Na versetzen!)
Faden vor die Webführung legen, 1 Rh weben
Faden abschneiden und verknoten, dabei Fransenlänge stehen lassen.
Je nach Webfadenstärke kann man auch ein anderes Nadelpositionsmuster verwenden.

Windrad-Tuch---die Webreihen

Weil ich nun einige Male schon gefragt wurde, wie das mit den Webreihen in meinem Windradtuch funktioniert, teile ich hier gerne meine Erfahrung damit.
Auch ich habe das Weben mit der Brother bis jetzt nur an Musterlappen ausprobiert, bin also kein Experte-will heißen: es ist nicht schwer. Die Nadeln werden von Hand mit Hilfe des Nadelschiebers nach D ( oder E) geschoben. Ich persönlich bevorzuge D, weil dann mein Schlitten besser über die Nadeln gleitet.




Am Schitten stellt man die Webtasten auf Weben ( also nach oben), alle anderen Einstellungen sind neutral
Dann legt man seinen Webfaden von rechts nach links über die Nadeln, hält Anfang und Ende des Fadens leicht fest und schiebt den Schlitten nach links.


Man kann natürlich den Fadenanfang auch mit einer Klammer beschweren oder einklemmen.Wichtig ist nur, dass er nicht wegrutscht, wenn der Schlitten zum Einsatz kommt und dass der auf den Nadeln liegende Faden auch dort bleibt!

hier nochmal das Ganze in Englisch


So sieht es aus, wenn die erste Reihe gewebt ist.


Um die zweite Reihe zu weben bringt man wieder Nadeln in die D-Position, diesmal um 1 Masche nach rechts versetzt und wiederholt den Vorgang.


Fransen gleich mitarbeiten:
Beim Farbenwechsel den gerade gestrickten Faden unten um die Halterungsschraube legen,
Fäden bei Zeiten immer wieder aufschneiden, sonst zieht sich das Gestrick hoch, etwa nach 50-60 Rh
Dabei darauf achten, dass man die letzten 6 Fäden nicht durchtrennt, sonst muss man beim Farbwechsel den Faden wieder festhalten J

Faden aus der Schl Führung nehmen und hinter der Schraube vorbei führen, neue Farbe einfädeln . Dann beide Fäden, die nicht stricken nach rechts neben  dem Schlitten loslassen, bzw in die Kerbe einlegen


Die Strickmethode: verkürzte Reihen
Wer die Technik beherrscht, beginnt gleich mit der Liste.

RZ 000- man strickt eine Reihe in Farbe 1 (letzte Nadel rechts bis letzte Nadel links, bei mir: 90re bis 94 links)
Schl steht links, Na 94li in E Pos schieben, zurückstricken, RZ 002, zu Farbe 2 wechseln.
Nadeln für das 2. Farbfeld in E Pos schieben: 94li bis einschl. 30 li, 1 Rh stricken, Na 29li in E schieben, 1 Rh stricken, RZ steht auf 4,  zu Farbe 3 wechseln
 94li bis einschl. 30 re für Farbfeld 3 in E schieben, 1 Rh str, Na 31 re in E schieben, zurückstr, RZ auf 6. Zu Farbe 1 wechseln.
Jetzt mit dem Nadelschieber  alle Na zurückschieben in D, nur Na 94 bis 91 bleiben in E!
1 Rh str, Na Nr 90 li in E, zurück, RZ steht auf 8, zu Farbe 2 wechseln und nach der Liste in der entsprechenden Reihe weiterarbeiten.
   
Der Anfang:
Anschlag mit Kontrastgarn und Nylonfaden über die Nadeln 94 li bis 90 re
zu Farbe 1 wechseln, 1 Rh stricken, Nadeln für Rollrand ( s.o.) umhängen
1 Rh stricken, Schl steht jetzt rechts.

2 Rh weben ( s.o.)

Webtasten ausschalten ( runter auf N), RZ auf 000 stellen, Schl auf H

Mit der Liste beginnen


Wichtig:
Nach jeder ungeraden Reihe 1 Na innen zusätzlich in E Pos bringen, um Löcher zu vermeiden
Dies ist in der Liste nur für die Reihen 1-18 notiert!!!!

Ist die Liste ganz gestrickt, ist ein Segment fertig.

Schl auf N stellen,

*2 Rh in der Grundfarbe stricken,
dann wieder 2 Rh weben

Nun, wenn man möchte, für das nächste Teilstück Farbe 2 und 3 vertauschen.

Schl wieder auf H und wieder die Liste stricken, bis das 2. Segment fertig ist.*
Diesen Vorgang von * bis * so oft wiederholen, bis man so viele Teilstücke hat, wie man möchte ( bei mir sind es 11)

Wichtige Hinweise zur Fehlervermeidung:
Nicht vergessen: Nach jeder ungeraden Reihe 1 Na innen zusätzlich in E Pos bringen, um Löcher zu vermeiden. Dies ist in der Liste nur für die Reihen 1-18 notiert!!!!
Immer kontrollieren, ob die letzte Ma eines Farb-Feldes auch wirklich gestrickt wurde, bevor sie in E geschoben wird.

Stets die Gewichte nachhängen!!!!! Besonders an den Übergängen der Farbfelder !!!!!


Für den Abschluss des letzten Segments eine Mäusezähnchenkante arbeiten und locker abketten oder eine Blende nach eigenen Vorstellungen stricken.

Die Anschlagreihe wieder in die Maschine hängen und ebenfalls eine Mäusezähnchenkante arbeiten und locker abketten oder eine Blende nach eigenen Vorstellungen stricken.

Tuch waschen und spannen, Fransenlänge korrigieren.

Viel Freude beim Stricken und Tragen

Mittwoch, 8. August 2012

endlich....

ist es fertig- das Kleid, das ich nun mindestens 4 mal gestrickt habe, weil immer etwas schief ging.







Nun ist es geschafft und es sitzt...passt...wackelt...und hat Luft :-)
Die Ärmel habe ich mir gespart, weil ich nun doch lieber eine passende Jacke dazu gestrickt habe.
Wer mehr dazu lesen will, scrollt einfach nach unten oder klickt hier



Dienstag, 7. August 2012

Revontuli

Bei all den Langzeit- Projekten, die ich derzeit in Arbeit habe, war es wieder mal Zeit für etwas Schnelles. So habe ich die Wollkäufe meines Kurzbesuches in Tallin begutachtet und entschloss mich, auch mal einen Revontuli nach dieser Anleitung zu stricken.
Das Garn ist von Villa Wool (Aade Long, oder auch Kauni)
mit einer LL von etwa 800 m pro 100 g ( 8/1),  hat sich mit 4er Nadeln super schnell verstrickt und wiegt 79 g. Ürsprünglich wollte ich die gesamten 114 g verwenden, habe aber dann früher aufgehört, weil mir das Tuch mit 180 auf 78 cm groß genug war.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Sommerkleid mit Lochmuster


Mein Wollkauf im Mai bei der HWF war ja doch sehr ergiebig und nun mache ich mich dran, etwas davon zu verbrauchen. Unter anderem habe ich eine mercerisierte, glatte Baumwolle in einem zarten Lindgrün (mit Weiß meliert) erstanden : Artikelnummer 2064, Farbe 61.
Ich habe mich entschlossen, nach einem Kleiderschnitt zu arbeiten, den ich noch auf Lager hatte, denn es soll auf Figur geschnitten sein. 
Außerdem bekommt es später noch ein Futter, wofür ich den Schnitt dann auch verwenden kann. 
Das Lochmuster, das ich ausgesucht habe ist Nr. 158 aus der Brother StichWorld mit MW 8.

Das Vorderteil besteht aus je einem linken und rechten Seitenteil und einem Mittelteil.


















Die Nähte habe ich nach mehreren Fehlversuchen ( unter anderem auch mit dem Linker) von Hand mit Maschenstich zusammengenäht.







Der Rücken besteht im Original aus 2 Teilen und hat Abnehmer, aber ich werde ihn im Unterteil zusammenhängend stricken, da ich wegen der Veränderung des Ausschnittes und des dehnbaren Lochmusters keinen Reißverschluss brauche und somit die Mittelnaht entfallen kann. Ab der Höhe des Abnäherbeginns werden die einzelnen Teile separat gestrickt und am Ende des Abnähers wieder zusammen weitergestrickt.
Soweit die Theorie.








Beim Versuch, nach Beendigung des unteren Rockteils  das bereits fertig gestellte Seitenteil zum Mittelteil dazu zu hängen, ergaben sich jedoch einige Schwierigkeiten. Die Randmaschen waren nicht mehr gut zu erkennen und so wurde alles ziemlich schief und vor allem auch bucklig. Über das Strickforum bekam ich ein paar gute Tipps, wie ich das Problem lösen kann:
Beim Hochstricken der einzelnen Teile 1. eine zusätzliche Randmasche in Arbeit bringen und 2. eine Haarnadel über den Faden hängen, weil dann die Masche leichter zu finden ist, wenn man später wieder zusammenhängt.




Das hat prima geklappt.

Samstag, 7. Juli 2012

Irsih crochet Abendkleid- irisch häkeln

Kann sein, dass ich dem Wahnsinn verfallen bin, aber ich habe mir, weil es soviel Spaß macht, ein Projekt vorgenommen, an dem ich wohl eine Weile zu tun haben werde.





Als Vorlage für den Schnitt nutze ich ein Modell von Avantgard ( Schnitt Nummer V 23404), werde aber im Oberteil einige Änderungen anbringen. So soll das Kleid lange Ärmel haben und das Décolletée soll sich durch die Blätterranken ergeben, die man rechts sehen kann. Das Unterkleid ist aus einem dünnen elastischen Jersey genäht und dient nur als Blickschutz, da ich es nicht mag, wenn man hindurchsehen kann.