Freitag, 2. Januar 2015

Socken mit Norweger-Schaft

Immer wieder müssen es mal Socken sein.
Sei es, weil ein Paar verschlissen ist, oder einfach weil ein schnelles Geschenk her soll.

Gut, dass mir neulich ein Werbezettel von einer Kleidungskette in die Hand fiel, dessen Rückseite mich veranlasste, nochmal das Thema Socken und Norweger-Technik anzugehen.




Das Muster war recht schnell ins DK 8 und von dort in die Maschine übertragen. Ein paar Korrekturen mussten vorher noch gemacht werden, damit die Spannfäden nicht so lang sind.

Den ersten Socken hab ich dann gleich 2 Mal stricken müssen, weil ich vergaß, das Muster auf den Kopf zu stellen.

Das Um- und Zusammenhängen zum Rundstricken für den Fußteil hab ich mit verschiedenen Methoden versucht.
Die erste Methode: nach dem Norwegerteil mit Kontrastfaden abstricken und die Maschen wieder an der richtigen Stelle einhängen. Das hat gut geklappt, aber doch eine Weile gedauert, da ich mich dabei offensichtlich sehr ungeschickt angestellt habe.
Bei der zweiten Methode habe ich es mit dem Umhängekamm versucht. Dabei waren mehrere Schritte erforderlich.
1. Schritt: Strickteil abheben, wenden und wieder einhängen
2. Schritt: Maschen vom hinteren Nadelbett auf das vordere Bett umhängen. Das geht meist sehr schnell, weil ich dabei nicht mit der Umhängenadel arbeite, sondern die Masche lediglich auf einen 1-er Decker hebe und die dazugehörige Nadel des Vorderbetts nur durchschiebe.
3. Schritt: wie üblich-links und rechts je ein Viertel der Maschen mit dem kleinen Umhängekamm wieder zum Rundstricken auf das hintere Bett hängen.
So kommt die Naht des Norwegerteils in die hintere Mitte.

Nun kann man wie üblich fortfahren und Ferse, Fuß und Spitze arbeiten.

Das Resultat sieht so aus:


und weil es so gut von der Hand ging, kam gleich nach weiteren Veränderungen des Musters ein zweites Paar dazu:


wobei mir der kritische Blick eindeutig sagt, dass ich an der rückwärtigen Naht noch sorgsamer arbeiten muss, damit sie auch schön aussieht. Irgendwie will mir das noch immer nicht gelingen.


Sonntag, 28. Dezember 2014

Der Kampf um den Faden...oder: Stricken unmöglich!

Manchmal ist das so.

Man kommt nicht vorwärts, mit dem, was man gerade angefangen hat und eine Flaute stellt sich zwangsläufig ein. Zur Zeit stapeln sich bei mir die Ufos überall und so recht kann ich mich nicht aufraffen, auch nur eines davon fertig zu machen.
Der Grund für meine Unproduktivität liegt darin, dass seit Mitte Oktober zwei kleine Wesen bei mir Einzug gehalten haben, die meine freie Zeit voll für sich beanspruchen und jegliches sinnvolle und zielgerichtete Hantieren mit Nadeln und Faden schon im Ansatz zunichte machen.

Darf ich vorstellen:

Lilly ( getigert) und Tommitze ( weiß mit zwei dunklen Strichen am Kopf))





Geboren wurden die Geschwister wohl im Juni 2014, kamen zunächst zu einer Pflegestelle des Tierheims und verbrachten dort einige Wochen im Hasenstall ( natürlich ohne Hasen!) Als sie dann einigermaßen von diversen Krankheiten genesen waren, konnte ich sie abholen und seither ist vieles anders geworden.


Jedes noch so kleine Fädchen wird als zu erobernde Beute betrachtet und an gemütliches Stricken am Abend ist überhaupt nicht zu denken, denn -wie es scheint- ist der beste Ruheplatz der auf mir.


Tapfer halte ich also meine Hände still und warte ab, bis die kleinen Räuber eingeschlafen sind...doch meistens habe ich da die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Und so liegt all das, was von Hand gearbeitet wird, unvollendet und katzensicher verpackt in  einer Ecke.

Hin und wieder schaffe ich es dann doch, mich heimlich in mein Strickzimmer zu stehlen, um wenigstens kurz einmal meine Maschine zu bedienen...Das Geschrei vor der verschlossenen Tür ist aber dann so jämmerlich, dass ich auch das nach kurzer Zeit wieder entnervt aufgebe und statt dessen auf dem Teppich sitze, um die kleinen Zimmertiger zu bespaßen. Es ist tröstlich zu wissen, dass die Beiden ja wachsen und ruhiger werden. Wenn das Frühjahr kommt, werden sie auch nach draußen dürfen. Momentan erkunden sie erst einmal "nur" die Terrasse und haben gestern Bekanntschaft mit dem ersten Schnee gemacht. 

Sehr zu meiner Freude, denn danach waren sie so ko, dass ich Gelegenheit hatte....aber das wird dann ein separater Post ;-)






Samstag, 20. Dezember 2014

Wie färbt man lange Farbverläufe?

Das ist eine Frage, über die ich mir schon eine ganze Weile den Kopf zerbreche.

Viel Erfahrung habe ich ja mit dem Färben noch nicht . Meine ersten Versuche habe ich mit Ostereier- Farben gemacht, was  aber- ehrlich gesagt- nicht das Bedürfnis hervorrief, diese Aktion zu wiederholen.
Dennoch hat sich eine gewisse Vorstellung von dem entwickelt, was ich gerne möchte: lange Farbverläufe selber färben.
Angesteckt durch die wunderbar gefärbten Garne von Aade long, Evilla oder Kauni, überlegte ich lange und verzweifelt, wie man das bewerkstelligen kann. Gespräche, reger Mailaustausch über dieses Thema, Recherche im Internet und vieles mehr brachten schnell die Einsicht, dass ein Gestell her muss, auf dem die Wolle sektionsweise, aber dennoch aneinander hängend vorgewickelt werden kann. 
Mero lugaa zeigte mir dieses Modell, das wohl sehr praktisch scheint, aber leider recht ausladend ist. Auch war das angegebene preiswerte Material hier nicht so ohne weiteres im Baumarkt zu finden. Bei Alfer-shop.de fand ich Ähnliches. Vierkantrohre die mittels eines Stecksystemes verbunden werden können und die man auch wieder lösen kann, um das Gestell platzsparend zu verstauen.
Aber ich war nicht so richtig überzeugt und besprach deshalb mein Problem mit dem Ehemann einer Strickfreundin, der handwerklich äußerst geschickt ist und außerdem über einen unglaublichen Erfindungsgeist verfügt.
Nach wenigen Wochen bekam ich den Anruf, dass ich mein Wickelgerät abholen könne. Und das ist es:


Sogleich habe ich mit vorhandener Aade long Wolle getestet, wie sich das Gerät bedienen lässt und bin total begeistert. In null komma nix waren die 204 Gramm gewickelt und ergaben 836 Meter.

Hier ein paar Details:
Die Scheiben zum Trennen der verschiedenen Farbabschnitte können mittels einer kleinen Schraube gelöst werden.



Das ist wichtig, wenn man die Wolle vom Gestell nehmen will oder weniger Unterteilungen möchte.
Man kann also selbst entscheiden, wie viele Farbabteilungen man haben will.

Ein unterhalb der Kurbel angebrachter Zähler erspart einem das lästige Mitzählen der Umdrehungen. Zwei Umdrehungen ergeben 1 Meter.




Ein separater Fadenführer mit einstellbarer Spannung wird so auf dem Tisch platziert und ausgerichtet, dass der Faden problemlos in die dafür vorgesehene Unterteilung läuft.


Wenn die gewünschte Reihenzahl erreicht ist, schiebt man ihn auf dem Tisch einfach nur ein kleines Stück weiter vor und der Faden läuft wie von selbst in die richtige Abteilung.

Da ich nicht gleich Edelwolle für meinen ersten Färbeversuch benutzen will, habe ich einen etwa 20 Jahre alten, in Irland gekauften Pulli aufgeribbelt, weil das Material noch gut ist, die Passform aber jenseits von Gut und Böse. Und zum Wegwerfen ist er wirklich zu schade.







erster Durchgang
dritter Durchgang

Hat man das komplette Material aufgewickelt, bindet man die Stränge sorgfältig ab, löst dann
die kleine Schraube und nimmt sie dann durch Entfernen der Abstandshalter und  Trennscheiben vom Gerät.

  

Jetzt gibt es nichts mehr, was mich davon abhalten kann, das Färben zu versuchen.
Sobald die Stränge ins Farbbad getaucht sind, werde ich euch informieren.

Samstag, 22. November 2014

Die Riesensocke

  
Vor ein paar Tagen schrieb mir ein Freund aus Schweden, er habe einen bösen Unfall gehabt und trage nun wegen eines üblen Splitterbruches einen „Astronautenstiefel“.


Da in Nordschweden schon Schnee liegt, bot ich an, ein Söckchenen für den Klumpfuß zu stricken. Nun….daraus wurde dann eher ein Überzieher für einen Riesen Fuß.


Normale Sockenformen schienen mir nicht passend zu sein, da diese Laufschiene schon vorne eine Höhe von 10 cm am Zehenbereich hat und der Fuß eine Breite von 12 cm. Um den Spann herum ergibt sich sogar ein Umfang von 46 cm. Rechnen und Überlegen war also angesagt. So hab ich dann erst mal ein paar Modelle aus Papier gebastelt,  um mir das technische „Wie geht das“ klar zu machen. 


Nach mehreren Fehlversuchen ist dann tatsächlich so etwas Ähnliches wie eine Socke dabei heraus gekommen.

;-)
Fazit:
den nächsten Sock stricke ich von Hand, das macht weniger Probleme!




gesagt...getan :-)

Dieses wunderbare Teil eignet sich selbstverständlich als Nikolaussäckchen,
oder als....

Mütze?
Katzenspielzeug?????


oder vielleicht dann doch besser so:






Montag, 17. November 2014

Problemfall Einbett-Farbwechsler


Für viele Stricker/innen scheint dieses sehr nützliche Utensil ein Horror zu sein. Jedenfalls fluchen zwei  meiner Strickfreundinnen schon eine Weile still vor sich hin, so dass sie beschlossen haben, das Teil mal auf einer anderen Maschine zu testen, sozusagen ein Ausschlussverfahren anzuwenden.

Das Problem: Der Wechsler wechselt unsauber und nimmt immer wieder 2 Fäden gleichzeitig mit.

Ist man beim Stricken schön in Schwung, dann hat man alle paar Reihen wieder was aufzuribbeln.

Nach einigem Hin und Her war aber die Ursache des Problems schnell gefunden:
die kleinen, silbernen Metallbügel, die den Faden greifen, standen nicht alle in Reih und Glied. Einer stand etwas zu weit vor. Das Gerät ist wohl mal hingefallen oder wurde beim Einpacken schief gedrückt. Das kann leicht passieren, denn diese Metallbügel sind nicht sonderlich fest. Auch kann man sie auf der Unterseite leicht in ihrer Halterung vor- und zurück schieben. Zwar nur minimal, aber auch das könnte Probleme verursachen.


Bevor ihr also euren Wechsler ignoriert oder gar entsorgt, schaut einfach mal nach, ob einer der Bügel aus der Reihe tanzt. Wir haben mit einer Zange das Ganze wieder gerade gebogen und das Problem war gelöst. Leider kann ich keine vorher-nachher Bilder anbieten, sondern nur Fotos von einem Wechsler, der tadellos funktioniert. Die Metallbügel müssen korrekt in einer Reihe stehen.





Es versteht sich von selbst, dass man beim Wechseln den Schlitten weit genug nach links schiebt ( meine beliebteste Fehlerquelle) und sicherheitshalber immer genau hinschaut. Er ist, so finde ich jedenfalls, nicht so robust und unempfindlich, wie der Doppelbett-Wechsler, aber erleichtert einem den Farbwechsel doch sehr.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kissenbezug, plattiert am Doppelbett

Vor ein paar Monaten hatte ich schon mal probiert, wie das so ist, das Plattieren. Das hat mir viel Freude gemacht und da meine Sofakissen schon etwas in die Jahre gekommen sind, dachte ich, diese Methode sei eine gute Möglichkeit, etwas Neues herzustellen.

Das Muster stammt aus dem Brother Doppelbett- Anleitungsbuch für das Plattieren (Seite 42).








Das Material: reine Merino-Wolle, LL 28/2, davon 2 Fäden für jede Farbe- eine dunkle als Grundfarbe, eine helle als Schmuckfarbe. Das dunkle Garn habe ich in die linke Führung gefädelt und damit auch den Anschlag und die ersten 10 Reihen re/re mit MW 1/1-I gestrickt. Danach wird umgehängt, die MW korrigiert auf 4 mit 3/I, das 2. Garn eingefädelt und los geht’s.



Meine Erfahrungen bei dieser Wollstärke und MW:

Das Gestrick wird sehr fest. Für mich ist das ok, weil meine Kissen, die in den Überzügen verschwinden sollen, pink-farben bezogen sind. Somit kann die Farbe nicht durchscheinen. Das Gewicht liegt bei 233 g ohne Reißverschluss.  Da ich alle 10 Reihen auch die 7er Haken an den Seiten hochgehängt habe, sind die Randmaschen auch in extremer DB-Stellung ( Versatz bei 0 oder 10) meistens gut abgestrickt worden. Ich musste nur 3 oder 4 Mal nachhelfen.




Höchste Konzentration ist erforderlich, da man bei der kleinsten Ablenkung vergisst, ob man den Versatz von 0 nach 10 dreht oder gerade umgekehrt. Ich habe mir angewöhnt, den Versatz erst vor der nächsten Reihe zu drehen, falls ein Stop mittendrin erforderlich ist, weil das Telefon klingelt. Außerdem hab ich  ein kleines Zettelchen mit einem Pfeil für aufwärts zählen (é) oder abwärts zählen (ê) parat gelegt und bei Bedarf auf der Maschine platziert. So konnte nichts schiefgehen.

Eine große Büroklammer ist übrigens bei dieser Technik ein nützliches Utensil. Sie verhindert, dass sich der Faden der rechten, vorderen Fadenführung aus Versehen in das hintere Nüsschen einfädelt. So bleiben die Fäden sauber getrennt.



Dienstag, 14. Oktober 2014

Schal mit der Hertel & Richter

Sie ist und bleibt eine Mimose, die Hertel&Richter. Aber ich gebe ja nicht auf und versuche immer noch, ihre Geheimnisse zu erkunden.
So konnte ich mittlerweile doch einen weiteren Schal stricken, ohne groß an Schwierigkeiten zu verzweifeln. Sie produziert zwar immer noch ein Gasse im Bereich der 0- Nadel, aber auch mehrmaliges  Austauschen der Nadeln ( von  10 li  bis 10 rechts) hat keine Besserung gebracht. Also akzeptiere ich nun diese kleine Schwäche als persönliche Note, weil ich einfach nicht weiß, was ich sonst noch tun kann.


Das Garn: 100% Merino, LL 28/2, davon 1 Faden, rechts-rechts über alle Nadeln. Anschlag mit 140 Nadeln auf beiden Betten.
An ein breiteres Stück wage ich mich noch nicht heran.